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Brücke Teltow
21.10.2013

Neue Brücke über den Kanal

Teltower Studie rechnet mit Kosten zwischen 650.000 und 1,5 Millionen Euro

Studie
BAURCONSULT Architeken + Ingenieure

TELTOW - Für die geplante Wiedererrichtung der Teltowwerftbrücke für Fußgänger und Radfahrer sollen in den kommende Wochen die nächsten Schritte getan werden. Der Übergang würde Teltow mit dem nördlich des Teltowkanals gelegenen Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf verbinden. An der Stelle existierte ab 1906 und nach zwischenzeitlicher Zerstörung wieder ab 1981 bereits eine Brücke. Den Teltower Stadtverordneten liegt jetzt eine Untersuchung des Ingenieurbüros BAURCONSULT vor, in der acht Varianten eines möglichen Brückenbauwerks aufgelistet werden. Erstmals werden sie am 10. Januar im Bauausschuss diskutiert, die Stadtverordnetenversammlung will sich am
25. Januar mit dem Thema beschäftigen. Das Projekt wurde maßgeblich von der Lokalen Agenda 21 der Stadt Teltow angeschoben. Sie verspricht sich von dem Brückenschlag eine „attraktive Verbindung für die Bürger nördlich und südlich des Teltowkanals“. Insbesondere würde der Wander- und Radtourismus in der Region profitieren. In der vorliegenden Studie werden aber auch die zahlreichen Einkaufsmärkte in der Teltower Oderstraße erwähnt, die von den Bewohnern der „Zehlendorfer Gartenstadt“ an der Sachtlebenstraße dann besser erreicht werden könnten. Die nächstgelegenen Überwege, Knesebeck- und Rammrathbrücke, liegen jeweils etwa zwei Kilometer entfernt. „Der Brückenneubau würde die Voraussetzung schaffen, dass die Einkaufswege in Zukunft zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden könnten“, heißt es in der Studie. Darüber hinaus erhielten die Teltower die Möglichkeit, die Endhaltestelle der Buslinie 101 auf Berliner Seite auf kurzem Weg zu erreichen. Steglitz-Zehlendorfer würden umgekehrt von der Buslinie 629 und dem Teltower Citybus profitieren können. Auch für die Bewohner des Kleinmachnower Seniorenstifts „Augustinum“ bringt die Brücke laut Studie Vorteile. Sie könnten die andere Kanalseite fußläufig erreichen. Nach Vorstellungen von BAURCONSULT soll der Überweg mit Rampen behindertenfreundlich gestaltet, aber nicht mit Aufzügen ausgestattet werden. Die Kosten würden sich je nach Variante zwischen 650.000 und 1,5 Millionen Euro bewegen. Zur Finanzierung wollen der Bezirk Steglitz-Zehlendorf, die Stadt Teltow und die Lokale Agenda Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beantragen. Die erste Brücke an der Stelle diente den Treidelloks des Teltowkanals als Überweg, wenn sie zur Reparatur oder Inspektion in den Bauhafen, der späteren Teltowwerft, gebracht werden mussten. Fußgänger und Radfahrer durften die Brücke nutzen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Bauwerk gesprengt. DDR-Grenzer errichteten 1981 erneut eine Brücke, die als Postenweg genutzt wurde. Dieser Behelf wurde nach der Wende abgerissen.
(Von Jürgen Stich)

Auszug aus www.maerkischeallgemeinde.de

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