Mehrzweckhalle Lauchheim Mehrzweckhalle Lauchheim Mehrzweckhalle Lauchheim

Neubau einer Mehrzweckhalle mit 2-fach Sporthallenfläche

Daten & Fakten

Fachbereiche:

Architektur, Objektüberwachung

Auftraggeber:

Stadt Lauchheim

Projektbeschreibung

STÄDTEBAU UND FREIRAUM Die neue Mehrzweckhalle wird entlang der Straße Im Roten Feld nach Abbruch der alten Alemannenhalle angeordnet und teilweise in den nördlichen Straßenhang eingegraben. Das Volumen gliedert sich in eine untere Basis und eine deutlich kleinere, aufgesetzte Laterne. Dadurch ordnet sich der Bau in den Maßstab der Umgebung ein, nimmt Geschosshöhen der umliegenden Gebäude auf und wirkt dennoch zeichenhaft am Stadteingang von Lauchheim. Durch das Aufnehmen der Nord-Süd-Achse der Brückenverbindung wird die fußläufige Verbindung über die Gartenstraße in die Altstadt gestärkt. Flankiert durch Sitzgelegenheiten und eine Baumreihe bindet die promenadenartige Wegachse die Bauten des Karnevalsheimes und des künftigen Vereinsheimes zu einer Trilogie zusammen. Westlich der Halle schließen sich der großzügige Vorbereich sowie die Park- und Fahrradabstellplätze an. Der überdachte Halleneingang nimmt Bezug auf die von den Parkplätzen kommenden Besucher bzw. Sportler und die fußläufige Promenade und ist nach Westen situiert. Die durch das Einrücken in die Böschung entstehende Freifläche im Süden der Halle soll als größtmögliche Aktionsfläche und Festplatz bis zur natürlichen Grün-Grenze der Jagst genutzt werden. Eine langgestreckte Sitzstufenanlage entlang der Südfassade schafft zusätzliche Nutzungsangebote für Konzerte, Feste oder Sportveranstaltungen. Östlich davon spannt sich das neue Rasensportfeld mit dem Vereinsheim auf. Von den Außensportflächen kann der Neubau direkt über einen Nebeneingang erschlossen werden. Hier finden sich zusätzliche Fahrradabstellflächen für den Außensport und das Vereinsheim sowie eine fußläufige Kurzerschließung zur höhergelegenen Straße Im Roten Feld. Die Pflegezufahrt für den Sportplatz wird als Freihaltekorridor zur Jagst angeordnet, die Erschließung des Vereinsheims kann zusammen mit der östlich angeordneten Bühnenanlieferung kombiniert werden. Als Belag für die neue Aktionsfläche wird ein gestampfter Sandplatz vorgeschlagen, die Außentribüne könnte in Reminiszenz zum Überschwemmungsgebiet der Jagst bekiest oder begrünt werden. INNERE FUNKTION UND GESTALTUNG Die innere Organisation des Gebäudes ist klar und wird logisch aus den Anforderungen an einen geordneten Sport- und Veranstaltungsbetrieb abgeleitet. Unter dem Vordach am westlichen Halleneingang und dem anschließenden Foyer sammeln sich die Besucher im Veranstaltungsfall und betreten die Halle entweder direkt (Tanz/Feste) oder werden als Zuschauer seitlich auf die Tribünenstufen im Süden (Sportbetrieb) geleitet. Zum Foyer hin orientieren sich der Cateringbereich mit Theke und auf der gegenüberliegenden Seite die erforderlichen Sanitärbereiche. Rückgrat des Gebäudes ist die nördliche, ebenerdig angeordnete Umkleide- und Technikspange, die in Ost-West-Richtung liegt und sich aus dem vom Parkplatz bzw. Foyer kommenden Fußgängerstrom herleitet. Hier ist auch die Verteilerküche samt Nebenräumen und Anlieferung situiert. Die sechs Umkleideräume mit unterschiedlich großen Dusch-/WC-Bereichen befinden sich im Hangteil unterhalb der Straßenebene. Sie werden im Sportbetrieb über den an das Foyer angeschlossene und von oben belichteten Stiefelgang erschlossen. Ein verglaster Zugang auf der Ostseite macht sie auch ganztägig für den Außensport nutzbar. Eine zusätzliche barrierefreie Umkleide findet im barrierefreien WC Platz. Lehrerumkleiden, Geräteräume und Stuhllager sind analog dem foyerseitigen WC-Kern als eingestellte Boxen erlebbar, rhythmisieren den Flur und markieren jeweils einen Zugang in einen der 3 Hallenteile. Durch die Öffnung der Halle mit einer raumhohen Ganzglasfassade zur Jagst-Aue hin wird der Entwurfsgedanke des Spielens im Grünen gestärkt. Die ebenerdige Tribünensituation auf der Südseite der Halle und deren Spiegelung als Außentribüne zum Festplatz verstärken dieses Thema und schaffen eine neu erlebbare Beziehung zwischen Innen- und Außenbereich. Den westlichen Abschluss bildet die Raumschicht der Klappbühne mit nutzbaren Nischen, welche im Veranstaltungsfall auch ungesehen vom Publikum zu erreichen sind. KONSTRUKTION UND MATERIALITÄT Vereinfacht lässt sich zwischen der aus Beton-Thermowänden hergestellten Basis und der lichten Laterne des Hallenbaukörpers unterscheiden. Mit ihren werksmäßig feinen Stahlbetonschalen gilt die Rohbaukonstruktion innen wie außen als oberflächenfertig, ist dauerhaft, haltbar und im Unterhalt günstig. Trockenbaukonstruktionen sind auf ein notwendiges Minimum in hoch installierten Bereichen reduziert. Der hohe Vorfertigungsgrad garantiert gleichmäßige Materialqualität und eine kurze Bauzeit. Das Hallenvolumen wird über ein wirtschaftliches Stützentragwerk aus Stahlbeton-Fertigteilen mit einem Dachtragwerk aus Brettschichtholzbindern generiert. Die Festlegung der Tragkonstruktionsachsen bedeutet eine der Bauart und dem Baustoff optimierte Stützweite. Die Stirnseiten der Halle sind, teils bedingt durch die Bühne, als geschlossenen Wandscheiben geplant, die Belichtung erfolgt über die Längsseiten. Schlanke Pfosten-Riegel-Fassaden gewähren im südlichen Zuschauerbreich den freien Blick ins Grüne und lassen den Hallenbaukörper im oberen Bereich hell erstrahlen. Umhüllt wird die Laterne von einem perlgoldenen Gewand aus mäanderförmig gefaltetem Aluminium-Lochblech. Die Kantung bewirkt eine Aussteifung und hilft zur Materialeinsparung, die Lochung streut das Licht tagsüber blendfrei in die Halle. Nachts erhellt die strahlende Laterne die Auenlandschaft. Im Veranstaltungsfall zur Verschattung zusätzliche Vorhänge/Screens können auf der Innenseite angeordnet werden. Beton- und Putzoberflächen, ein monochromer Sportlinoleum und helle Holzprallwände kennzeichnen das Innere der Halle und kontrastieren mit dem Grün des Außenraums. Die robusten Betonwände der Basis und die durch die Faltung und das Schattenspiel lebendig wirkende Laterne verleihen dem Bauwerk von außen betrachtet sowohl eine stoische Einmütigkeit als auch einen delektierten Elan, die im heterogenen Umfeld ihre Präsenz entwickeln und den Zeichencharakter des Bauwerks unterstreichen. Wettbewerb 2. Preis

 

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