Allgemeine Beschreibung:
Die Schaeffler AG hat an ihrem Hauptsitz 16 Laborstätten erfolgreich in einem neuen Zentrallabor vereint. In den Laboren wird Grundlagenforschung betrieben – insbesondere werden chemische und physikalische Materialeigenschaften geprüft und neue Materialien entwickelt. Schwingungsreiche und laute Prüfstände finden im Gebäude ebenso Platz wie sehr sensible und schwingungsempfindliche Messungen. Das neue „Central Lab“ wurde mit höchsten Ansprüchen an den ökologischen Fußabdruck realisiert, die Arbeitsumgebung ist konsequent auf Arbeitswelt 4.0 – „New Work“ – ausgerichtet. Das Unternehmen stärkt damit nicht nur den Standort Herzogenaurach, sondern unterstreicht einmal mehr seine globale Marktführerschaft als Technologiekonzern.
Baukonstruktion:
Der Neubau des Laborgebäudes wurde als sechsgeschossiger Massivbau umgesetzt, wobei ein Geschoss durch die Zwischenebene E0.1 gebildet wird. Zusätzlich entstand ein Technikgeschoss in Form von zwei Stahlhallenkonstruktionen über der Geschossdecke der Ebene E4. Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus einer Stahlbetonskelettbauweise, der vertikale Lastabtrag erfolgt über Deckenplatten, die auf Unterzügen, Pendelstützen oder Wänden aufliegen. Für die Laborflügel kam eine Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad zum Einsatz. Die Decken wurden als vorgespannte Elementdecken mit einer Gesamthöhe von 30 cm ausgeführt, die im Bauzustand unterstützungsfrei auf den unteren Flanschen der in der Deckenebene angeordneten Verbundträger auflagen. Im Zuge der Ortbetonergänzung wurde die Decke zu einem monolithischen Querschnitt ausgebildet und fungiert mittels durchlaufender Stützbewehrung als Durchlaufsystem. In den Ebenen E4 bis E1 liegen die Träger auf Stahlbeton-Fertigteilstützen mit Abmessungen von b/h = 35/35 cm bzw. 40/40 cm, die als Pendelstützen dienen. Bereichsweise lagern die Verbundträger auf den Stahlbetonwänden der Kernbereiche, die überwiegend als HFT-Elementwände sowie Stahlbeton-Unterzüge ausgeführt wurden.
Die Decken der Kernbereiche wurden als klassische Elementdecken hergestellt, die direkt auf die HFT-Elementwände aufgelegt sind. Das Erdgeschoss wird durch die Ebenen E0.1 und E0 gebildet und ist auf der Nordseite ebenerdig, auf der Südseite komplett erdangeschüttet. Die Decken über Ebene E0.1 wurden analog zu den vorherigen Ausführungen der Ebenen E4 – E1 in den Flügelbereichen durch vorgespannte oder schlaff bewehrte (Kernbereiche) Elementdecken ausgeführt. Für das Atrium wurde aufgrund der Gebäudegeometrie und der großen Spannweiten eine Ortbetondecke mit einer Stärke von 35 cm realisiert.
Gründung:
Die Gründung erfolgte als Tiefgründung mittels über 200 bewehrten Ortbetonpfählen mit Pfahltiefen von bis zu 14,50 m und der Ausbildung eines Trägerrostsystems als Auflager für die aufgehenden Stützen- und Wandbauteile sowie die freigespannte Bodenplatte.
Gebäudeaussteifung:
Die Gebäudeaussteifung wurde rechnerisch betrachtet und erfolgt über die stabilisierenden Deckenscheiben sowie die Wandscheiben der Aussteifungskerne.
Tragwerksplanerische Besonderheiten:
Das Projekt zeichnet sich durch einen hohen Vorfertigungsgrad der tragenden Bauteile, vorgespannte Elementdeckensysteme mit deckengleichen Verbundträgern, Erschütterungs- und Schwingungsnachweise sowie einen Baugrubenverbau als Bohrpfahlwand im Holzhybridbau aus.
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